20. Jänner 2004:

Das Wetter ist noch immer schlecht, aber er hält uns nicht davon ab, alles zu besichtigen. Wir haben uns die Zitadelle und Kaiserstadt und danach die Thien-Mu Pagode angeschaut. Es ist ein sehr weitläufiges Areal, das ursprünglich 136 Gebäude umfasste. Die Zitadelle „Kinh Thanh“ umschließt die Kaiserstadt, oder Hoang Thanh, die wiederum die purpurrote Stadt – oder Tu Cam Tanh – umschließt. Einige Gebäude wurden vollständig renoviert und sind einfach faszinierend. Wunderschön und bunt, mit vielen Verzierungen und Gold und Prunk. Kann mir gut vorstellen, dass sich der Kaiser hier wohl gefühlt hat. Vor allem hatte er anscheinend 300 Konkubinen. Die Zitadelle ist eine Art Festungsmauer, der Flaggturm ist das Haupttor. Die neun magischen Kanonen, die die 4 Jahreszeiten und die 5 Elemente repräsentieren sollen das Haupttor schützen. Viele Tempel, Pavillions und der Wohnbereich der Kaiser Mutter sind renoviert und schön zu besichtigen. Die riesigen, wunderschönen, prunktvoll verzierten Hallen lassen darauf schließen, dass es auch der Mutter nicht so schlecht ergangen ist. Die Schwiegermutter hat im letzten Eck ein „Häuschen“ bekommen. Auch sehr schön, vor allem so weit weg vom Schuss, was das wohl zu bedeuten hat? Mitten in der Kaiserstadt kommt man dann an Gemüsebeeten vorbei – ja, alles ist Weltkulturerbe, doch die Vietnamesen halten sich da nicht so genau dran. Da sind Bauern, die auf und in den Ruinen Gemüse anbauen, da sind „Aufpasser“ die mit einem Dampfstrahler alte Möbel abspritzen, und einige renovierte Bauten sehen aus, als wären sie nie renoviert worden. Sehr schade. Aber sie haben halt andere Sorgen als auf alte Denkmäler zu achten. Nach der Besichtigung sind wir mit zwei Rikschafahrern quer durch die Gegend zum Wahrzeichen von Hue – dem 7 stöckigen Phuoc Duyen Turm. In der Haupthalle ist ein riesiger, dickbäuchiger, lachender, goldener Buddha. Sehr sehenswert. Mit der Fahrradrikscha sind wir dann beinahe 3 Stunden den Parfum Fluss entlang gefahren. Wir hatten ziemliche Verständigungsschwierigkeiten mit unseren beiden Fahrern. Die uns alle 5 Minuten auf die Schulter geklopft hatten, uns mit der Hand die Gegend gezeigt hatten und ständig „Hue - Vietnam“ dazugeschrieen hatten! Eine tolle Stadtführung! Aber trotzdem ein sehr witziges Erlebnis. Danach haben wir noch den Flug auf die Insel Phu Quok gebucht. Fliegen übermorgen und freuen uns auf die Sonne!



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© Christian Osterrieder
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