14. Jänner 2004:

Nach einer erholsamen Nacht und einem vorzüglichem Frühstück sind wir dann wieder los. Eine steile Serpentinenstraße ging steil bergauf, vorbei an wunderschönen Landschaften. Kleine Dörfer mitten in Feldern, wunderschön gepflegt, soweit das Auge reicht. Mitten in einem kleinen Dorf haben wir einen wunderschönen Tempel gefunden. Dass es die Vietnamesen mit der Religionszugehörigkeit nicht allzu genau nehmen, wissen wir ja schon. Das ist auch das faszinierende an ihrem Glauben. Sie glauben halt an den Gott, der gerade für sie passt. Genau diesen offenen Zugang haben wir im Tempel festgestellt. Von den Hindufiguren, über Drachen, Buddha bis zu Marienstatuen – alles ist vertreten und hat seinen Platz. Ein wunderschöner Gedanke. Schön wäre es, wenn diese Friedlichkeit und diese Akzeptanz überall so sein würde. Ganzen oben im Turm haben wir einen faszinierenden Ausblick auf die wunderschöne Landschaft. Dann reißen wir uns los, und fahren weiter – immer höher und höher. Wir fahren die Bergstraße entlang auf mehr als 2500 Höhenmeter. Es ist faszinierend hier. Dann ging es genau so steil bergab, wie wir hinauf gefahren sind. Vorbei am riesigen Don Doung Stausee, dessen Wasserkraft Strom für die ganze Küstenregion liefert. Und dann haben wir den Ngoan Muc Pass überquert. Der Ausblick war einfach gigantisch – unbeschreiblich. Man sieht bis zur Küste. Ein überwältigendes Bild. Die Fahrt zur Küste geht ebenso spektakulär weiter. Über 1000 Meter durch dichten Kiefernwald bis an die Küste, wo wieder Bananenpalmen stehen, die Gemüsefelder von Reisfeldern abgelöst werden und uns der Schweiß vor Hitze wieder im Gesicht steht. Wir sind mittlerweile mehr als 3 Stunden am Motorrad und brauchen eine Pause. Wir fahren zu den Po Klaung Garai – drei Ziegeltürme eines Cham Heiligtums. Die Türme stehen hoch oben auf einem Kaktushügel. Bei einem kühlen Coke beobachten wir eine deutsch-österreichische (abstoßende) Reisegruppe. Nach ca. 15 Minuten haben diese gegessen und das Heiligtum besichtigt, und fahren mit dem voll akklimatisierten Bus weiter. Jetzt haben wir wieder Ruhe und Zeit – völlig allein – alles genau zu beobachten und die Pause zu genießen. Die Fahrt weiter nach Nha Thrang ist sehr anstrengend, da es sehr windig ist und wir kaum schneller als 40 km/h fahren können. Wir kommen am Abend völlig erschöpft an, geben das Motorrad zurück und organisieren noch einen Bus nach Hoi an. 5 Wunderbare Tage auf dem Motorrad sind leider schon wieder vorbei, aber wir freuen uns auf den Norden.



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© Christian Osterrieder
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