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Freitag 7.2.1997: Um 4 Uhr stehen wir nach einer Horrornacht (Lärm, Musik) am Hafen. Dort warten hunderte von Menschen in der Dunkelheit auf die Überfahrt nach Sumatra. Christian kämpft um Tickets, versucht immer wieder mit seinem "Zettelchen" etwas zu erreichen. Es vergehen Stunden und es wird hell bis er durch die Menschenmassen zum Schalter nach vorne kommt. Ich lernte inzwischen zwei Holländerinnen kennen, die Batam genauso hassen wie wir. Sie versuchen Tickets für die Überfahrt inoffiziell von Einheimischen zu bekommen - die verlangen natürlich extrem hohe Preise - aber sie schaffen es wenigstens vor uns die Insel zu verlassen. Christian hat es geschafft: Wir laufen zum völlig überfüllten Schiff und sind die einzigen "Weissen" dort. Am Dach des Schiffes bekommen wir noch einen Sitzplatz.
Während der gesamten Überfahrt werden wir angestarrt - pausenlos. Die Leute sind aber sehr freundlich, wir sind eben eine Attraktion. Wir wissen noch nicht genau wie wir uns fühlen sollen. Einerseits fasziniert uns die wunderschöne Mangrovenlandschaft, die wir durchqueren, andererseits werden wir pausenlos angestarrt - Entspannung ist da nicht unbedingt möglich. Wir schaffen es aber nach einiger Zeit, uns an die Blicke zu gewöhnen und beginnen die Landschaft zu genießen. An der Küste des Sumpfgebietes befinden sich immer wieder Pfahlbauten, die die auf uns so wirken, als würden sie jeden Moment zusammenbrechen. Sogar ein Sägewerk beobachten wir - ob das Holz Teil der Hütten ist, oder ob es doch verkauftes Holz ist, können wir in der kurzen Zeit des vorbeifahrens nicht herausfinden. Nach einigen Stunden legen wir am Hafen von Tanjungbutun an. Vom Anblick sind wir so gerührt, daß wir fassungslos und schweigend einfach nur da stehen und die Eindrücke wirken lassen. Indonesien pur! Ein total verarmtes Dörfchen. Die Leute leben um zu überleben - die Gesichter faszinieren. Und wieder sind wir die Attraktion. Einige Reisende haben Fotoapperate - und wir werden ständig fotografiert. Sie stellen uns ihre Kinder dazu, wir müssen lächeln...
Ein Mann hilft uns in den völlig überfüllten Bussen einen Platz zu erhaschen. Ich hätte nicht gedacht, dass in einem Bus soviele Menschen Platz finden. Während der Fahrt schläft ein alter Mann ständig neben mir ein, und legt dabei seinen Kopf auf meine Schulter. Christian legt ihn dann immer wieder zurück auf die andere Seite, aber der Kopf wandert immer wieder zu mir herüber. Es ist eben schön seinen Kopf auf einer "weissen" Schulter zu lehnen. Ich fühle mich unwohl, doch der Alte schläft wie ein toter und lässt sich davon nicht abbringen. Endlich sind wir in Pekanbaru. Wir nehmen uns ein Taxi und fahren ins Hotel Bunda. In dieser Stadt leben fast nur Geschäftsleute. Die Stadt ist umringt von Ölpalmen. Aber auch Erdöl gibt es in dieser Gegend. Wir organisieren uns noch die Weiterreise nach Bukittinggi und essen wieder mal im KFC - aber es schmeckt - wie immer!
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