04. August 2001:

Heute hat es um ca. 5 Uhr morgens so geschüttet, dass wir wach geworden sind. Beim Blitz erhellt sich alles und beim Donner kann man sogar eine Vibration spüren. Es ist so extrem, dass wir das Gefühl haben, dass die Insel gleich untergehen wird.
Beim ersten Tauchgang sind wir wieder auf Baracudas gestoßen – leider ist der Wellengang so stark, das erschwert den Tauchgang ziemlich. Heute sind wir schon so müde, dass wir uns überlegen, ob wir den 2. Tauchgang schmeißen – aber nein – es geht wieder in die Tiefe und hat sich ausgezahlt. Wir sind auf einen riesigen Turtleschwarm gestoßen. Überall Turtles die neben, oben, vor und unter dir zum Greifen nah im Wasser schweben – sie bewegen sich ja so wunderbar im Wassern. Sie schweben und fliegen dahin wie Vögel. Die Korallen sind wieder faszinierend, Überhänge, Schluchten, Höhlen und wunderbar bunte Korallen, so weit das Auge reicht. Mittlerweile tauchen wir beide ganz gut. Es wird immer mehr zum totalen Vergnügen, wenn man sich nicht mehr so auf das ganze rund herum mit Luft, Gewicht…. kümmern muß. Beim dritten Tauchgang sehen wir viele verschieden förmige Seepferdchen. Die sind total lustig zum Beobachten, einige Feuerfische und zwei riesige Hummer.
Nach dem Abendessen sind wir dann mit unseren Tauchfreunden noch etwas zusammen gesessen und haben uns verabschiedet, weil morgen leider einige abreisen. Als wir zurück zu unserem Bungalow gehen hören wir Schnaufgeräusche und sehen eine Art „Schleifspur“ direkt zu unserm Bungalow. Und dann entdecken wir echt eine Schildkröte, die gerade dabei ist, einen Platz zum Eierlegen zu suchen. Es ist faszinierend sie zu beobachten. Sie schnaubt und muß ständig rasten, man merkt direkt, wie anstrengend es für sie ist. Dann beginnt sie mit ihren Vorderflossen zu buddeln – hört wieder auf, schnaubt wieder ein Weilchen und rastet und schleppt sich dann zu einem anderen Platz, beginnt wieder zu buddeln. Das ganze dauert mehr als eine halbe Stunde dann kommen zwei guides vom Wildlife Office – sie wollen ihre helfen einen geschützten Platz zu suchen, aber die Schildkröte ist schon so erschöpft, dass sie sich ins Meer zurück schleppt ohne ihre Eier zu legen. Es ist ein wunderschönes Ereignis gewesen. Wir haben uns natürlich auch an die Regeln gehalten, nur von der Ferne zu beobachten, sie nicht zu berühren, nicht fotografieren, nicht zu lärmen. Wir hätten uns nicht gedacht, dass wir das auch noch erleben dürfen. Einfach toll!

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© Christian Osterrieder
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