26. Juli 2000:
Wir haben uns heute so richtig gut ausgeschlafen – es war so ungewöhnlich ruhig, keine Hupen, keine laute Musik, nichts! Wir sind dann mit einer Fahrradrikscha zum Goldenen Tempel, dem Hari Mandir gefahren. Man muß dort Schuhe und Strümpfe abgeben und seinen Kopf bedecken. Betritt man den Tempelbereich, bietet sich ein faszinierendes Bild. Alles ist vergoldet und aus Marmor, überall sind bundgekleidete Pilger und aus den Lautsprechern hört man Gesänge der Ragis, den Sängern die aus dem heiligen Buch der Sikhs zitieren – eine einzigartige Atmosphäre. An den vielen Ständen kann man sich gratis verköstigen lassen. Überall sind Pilger, die im „See des Lebens“ ein Bad nehmen. Wir lernen dann noch einen alten Sikh kennen. Wir reden ziemlich lange miteinander. Es ist interessant, sich über die eigenen Religionen auszutauschen. Er ist total überrascht, dass unsere katholischen Priester nicht heiraten dürfen. Er belächelt es sogar.
Nach dem netten Gespräch verweilen wir noch längere Zeit im goldenen Tempel. Im Erdgeschoss liegt ein mit Juwelen bedecktes Tuch, das Adi Granth, die drei Ragis rezitieren ununterbrochen daraus. Die Atmosphäre und die Musik versetzt einen in eine Art Dauertrance. Nach einem langen Aufenthalt im Tempel fahren wir wieder ins Hotel und genießen noch frische Früchte am Pool. Ein schöner, angenehmer Tag!


Mit der Fahrradrikscha zum Tempel...


Der Goldene Tempel, der Hari Mandir.


Theologische Unterhaltung mit einem Sikh in der Tempelanlage.

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© Christian Osterrieder
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