03. August 2000:
Mit zwei Kamelen starten wir. Eines zieht den Waagen mit den Vorräten und auf dem anderen reiten wir. Das Reiten auf dem Kamel ist ein Erlebnis für sich! Wir schaukeln zuerst an einigen Häusern vorbei, dann geht´s in die Wüste – vorbei an Sanddünen. Immer wenn wir in einen Ort kommen laufen Scharen von Kinder herbei, winken uns und rufen uns irgend etwas zu. Sogar Mütter mit ihren Kindern kommen auf die Straße – scheinbar sehen diese Menschen kaum Touristen. Es ist ja ganz lustig, aber auf Dauer immer angestarrt zu werden kann auch anstrengend sein. Bei einem Brunnen machen wir dann Pause. Der Koch bereitet uns ein vorzügliches Essen und bäckt Brot. Den Teig vergräbt er im Sand in der Feuerasche und lässt das Brot garen – dann steckt er das verkohlte Brot in einen Sack und schleudert es wie wild umher – die Asche, der Sand und die Kohle lösen sich und wir können das vorzügliche Brot essen. Ist faszinierend zuzuschauen.
Einige Kinder und Frauen, die Wasser schleppen, beobachten uns wieder. Wir sehen uns dann den Tempel in der Näher der Raststelle an. Im Tempel sitzt ein alter, abgemagerter, langbärtiger Mann und meditiert. Es ist eine Augenweide ihn anzusehen. Wir fragen auch ganz höflich, ob wir in der Tür stehen bleiben dürfen, denn er ist echt faszinierend anzuschauen. Es stört ihn nicht. Er sieht dann unsere Kamera und bietet an ein Photo zu machen - wir machen auch eins und beobachten ihn noch von der Ferne, damit wir ihn nicht stören. Essen dann unser Brot und reiten weiter. Es ist verdammt anstrengend, das Kreuz tut uns weh, aber es ist trotzdem faszinierend. Wir kommen teilweise wieder bei Ackerland vorbei, verschwinden dann aber in der Wüste und schlagen bei einer schönen Oase unser Lager auf. Wir schlafen am Boden – nur auf einer Decke. Es ist echt unheimlich – ich trau mich kaum die Augen zuzumachen, denn ich stell mir ständig vor, dass irgend ein Ungeziefer gerade über mich grabbelt. Wir schauen dann auf einen sternenklaren Himmel – es ist wunderschön und romantisch und schließlich schlafen wir doch ein.

Unsere Kameltreiber.


Unser Reittier "Franzi".


Unser Kameltreiber beim Brotbacken.


Ein Tempelhüter mitten in der Wüste.

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© Christian Osterrieder
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