02. August 2000:
Es ist sehr angenehm hier. Frühmorgens haben wir den Pilgern beim rituellen Bad an den Ghats zugeschaut. Es bieten sich zutiefst beeindruckende Bilder, Frauen, die in ihren leuchtenden Saris ins Wasser eintauchen oder magere Männer mit Schalen, die ihre Kulthandlungen vollziehen. Beim Schlendern durch den Ort ist interessant die Leute und die Kühe zu beobachten. Die Leute hier sind sehr freundlich. Man merkt schon einen Unterschied – die extreme Geschäftemacherei der Menschen, das Aussackeln der Touristen und das irre führen ist scheinbar eine Spezialität von Delhi. Ich find das echt schade, denn man wird so misstrauisch, gegenüber allen. Auch gegenüber denen, die´s wirklich gut meinen.
Für morgen haben wir eine Kamelsafari gebucht. Bin schon neugierig. Wir haben heute die Zeitung gelesen und sind echt froh, dass wir hierher gefahren sind. In Himachal Pradesh sind aufgrund der extremen Regenfälle bereits 35 Menschen ums Leben gekommen. Da hätten wir ja noch lange warten müssen, dass es endlich schön wird.
Heute haben wir auch wieder erschreckende Bilder gesehen – ein behinderter Mann, der am Boden gekrochen ist und gebettelt hat – schlussendlich hat er sich dann im Müll mit einer Decke hingelegt – kurzfristig ist uns der Appetit vergangen, denn wir sind gerade in einem Restaurant gesessen und haben von der Terrasse aus den Mann gesehen. Die extremen Gegensätze und die Armut der Menschen erschreckt noch immer.


Ein Pilger und eine heilige Kuh.


Vorratseinkauf für die Kamelsafari.


Die Ghats von Puskar.

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© Christian Osterrieder
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