15. August 1998

Wir haben gestern Abend noch ziemlich lange auf jemanden von KLM gewartet, sie haben uns versprochen den Rucksack zu bringen. Doch es ist niemand gekommen, auch heute Vormittag nicht. Naja, und jetzt will uns auch noch die Senora rausschmeißen, da es schon fast Mittag ist - wir beschließen noch eine Nacht zu bleiben und wir zahlen die 70 Quetzales.
Wir gehen wieder in die Stadt, irgendwie wissen wir nicht, ob wir weiterreisen sollen und sich Christian einfach eine neue Garderobe zulegen soll, aber sie versprechen uns heute wieder, dass der Rucksack bald kommt!

Wir wollen und bei einem Essenstand die Bäuche voll schlagen, schaffen es aber nicht. Es sind so viele Bettler unterwegs die halb verhungert sind - sie wühlen neben uns in den Mülltonnen herum und essen die Reste der Touristen. Wir halten den Anblick nicht mehr aus. Wir legen unser nicht angerührtes Essen ganz vorsichtig neben eine Mülltonne, so, dass es die Bettler finden müssen, der Hunger ist uns vergangen! Es war ein schreckliches Gefühl daran zu denken, dass diese Menschen unsere Reste essen - oder sie teilen müssen mit den streunenden Hunden! Diese furchtbare Armut berührt uns sehr - wir werden heute wahrscheinlich nicht besonders schlafen.

 

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© Christian Osterrieder
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